Nähmaschine, Schreibmaschine, Kita - Unsere Teilnehmerin Lena erzählt über ihren Weg ins Projekt. | Zukunft Kita
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Nähmaschine, Schreibmaschine, Kita – Unsere Teilnehmerin Lena erzählt über ihren Weg ins Projekt.

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Nähmaschine, Schreibmaschine, Kita – Unsere Teilnehmerin Lena erzählt über ihren Weg ins Projekt.

 

Liebe Lena,

vielen Dank, für deine Bereitschaft von deinen Erfahungen bei Zukunft Kita zu erzählen.

Sehr gerne! Ich mach das vor allem, um anderen zu helfen, ihr habt mir auch so viel geholfen, ich bin so dankbar dafür.

Wie kam es zu deinem Interesse an einem Beruf im pädagogischen Bereich?

Ich denke, das Interesse wird schon immer da gewesen sein. Früher wollte ich aus meinem Dorf weg und da ich der Meinung war, etwas mit meiner Kreativität anfangen zu wollen, dachte ich, Designerin zu werden, ist genau das Richtige für mich. Also bin ich Modedesignerin geworden. Habe aber während der Ausbildung schon gemerkt, dass Modedesign nicht nur ‚Mode machen‘ ist, sondern auch verkaufen. Sich verkaufen, Klamotten verkaufen, jede einzelne Naht verkaufen, jeden Zentimeter – da wäre nichts aus mir geworden.

Dann bin ich nach Berlin, weil ich immer nach Berlin wollte. Was ich noch gut konnte, war Schreibmaschine schreiben. Mit zehn Fingern – so hab ich einen Job im Büro bekommen. Das war kein Bürojob in dem Sinne, sondern ich hab Außendienst-Mitarbeiter betreut. Teilweise über 100 Leute. Und die muss man motivieren und bei Laune halten. Und am besten kann man die genauso bei Laune halten, wie man auch kleine Kinder bei Laune hält.

Aber dann wurden die Büros aufgelöst und ich geriet an einen netten Arbeitsberater. Der fragte mich, warum ich das denn aufgeben möchte – 26 Jahre Büro – und ich war bei mehreren Coachings und habe versucht herauszufinden, was ich sonst machen könnte.

Und dann haben mir alle gesagt, „du bist doch so glücklich, wenn du kreativ sein kannst“. Da hab ich meinem Arbeitsberater gesagt: „Mit allem was ich kann, da bin ich doch besser in der Kita aufgehoben.“ – Und das war der Punkt.

Er gab mir den Tipp, mich hier zu melden, mir das erstmal anzuschauen. Dann bin ich zu euch. An dem Tag stellte sich gerade eine Fachschule für Pädagogik vor. Das habe ich mir alles angehört und im Internet recherchiert, um zu gucken, was meine Aufgaben wären – was beinhaltet das Ganze? Es ist ja eben nicht nur Basteln – es sind ja viel mehr Dinge!

Ich dachte zuerst, ich mach vielleicht noch eine Weiterbildung im Bürobereich, aber dass ich jetzt noch die Möglichkeit habe, die ganze Ausbildung zu machen – und mir wurde von der Agentur für Arbeit gesagt, sie würden mir das sogar finanzieren – da bin völlig aus allen Wolken gefallen. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Würdest du die Ausbildung in Voll- oder Teilzeit absolvieren?

Auf jeden Fall berufsbegleitend, das find ich viel interessanter. Da bist du ja viel näher dran. Einmal in der Kita, und in der Schule kannst du auch gleich immer nachfragen. Das ist ja auch das, was an euren Workshops so hilfreich ist. Dass wir hier das, was wir in der Kita vielleicht nicht direkt fragen möchten, mit euch besprechen können.

Gab es einen Moment, in dem Du gemerkt hast: „Das ist das Richtige“?

Also eigentlich hatte ich schon vorher ein ganz gutes Gefühl und dann als ich das erste Mal in der Kita war. Auch alle meine Freunde haben mich darin unterstützt. Nicht einer hat gefragt, „Hast du dir das richtig überlegt?“ Alle haben mich angeschaut, als ich mit der Idee um die Ecke kam und meinten, das ist genau das Richtige für mich. Ich hatte tatsächlich auch gehofft, dass einer vielleicht fragt, bist du dir da sicher, damit ich mal darüber diskutieren kann. Aber da war keiner dabei, auch die mit Kindern haben alle gesagt: „Du kannst doch so gut mit Kindern!“ – ich war mir zunächst unsicher, ich bin ja nur ab und zu mit ihnen zusammen, ich hab ja keine eigenen, aber es haben alle gesagt, „Wenn wir bei euch waren, haben die Kinder immer geschwärmt!“

Naja ich hab dann einfach angefangen und die ganze Zeit auf den Moment gewartet, an dem ich feststelle, dass es doch nichts für mich ist. Der ist aber nicht gekommen. Ich hatte auch Panik am Anfang, aber ich habe mich einfach hingesetzt, beobachtet, geschaut und die Kinder kommen dann von alleine.

Gibt es etwas, dass dir an diesem Projekt besonders gut gefällt?

Ich find die Leute super, es harmoniert einfach richtig gut. Und ich finde schön, dass hier die ganze Welt am Tisch sitzt. Es sind auch noch alle dabei, niemand ist abgesprungen. Ich finds toll, dass man von euch auf die ersten Tage vorbereitet wird. Also ich bin nicht unvorbereitet reingegangen. Ich bekomme auch durch die ganzen Gespräche hier mit, dass es in jeder Kita anders ist. Und auch meine Kollegen im Praktikum sind sehr zuvorkommend, fragen nach und sind sehr rücksichtsvoll.

Wie wird es für dich weitergehen? Was sind deine nächsten Schritte und Pläne?

Auf jeden Fall eine Kita finden, in der ich einen Ausbildungsvertrag bekomme und mich dann entsprechend darauf vorbereiten. Wenn es die Möglichkeit gibt, vorher schon dort zu arbeiten, würde ich das sehr gerne machen. Die Arbeitsagentur wird mich dabei unterstützen. Sie wird mich zwei Jahre bezahlen und das dritte Jahr übernimmt der Kitaträger. Das macht es auch für einige der Träger attraktiv. Ich möchte auf jeden Fall die Ausbildung machen. Ich habe auch schon recherchiert wegen der Schulen, da gibt es einige Unterschiede. Aber ich möchte es gerne durchziehen. Ich halte es für absolut attraktiv, es ist ein toller Job, mir macht das Spaß, du bekommst sehr viel Dankbarkeit von den Kindern. Also allein schon, wenn man eine Woche in einer Gruppe war und man begegnet den Kindern dann auf dem Flur und sie rennen einem mit offenen Armen entgegen – ja das ist doch toll!

 

 

 

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